Metalldetektor für Fortgeschrittene

Metalldetektoren oder Metallsuchgeräte basieren auf einer Wechselwirkung der Metalle mit elektrischen, magnetischen oder elektromagnetischen (Wechsel)Feldern. Wie in der Überschrift angedeutet, liegt der Fokus hier nicht auf einfachen Metalldetektoren, wie sie beispielsweise gern von Hobbysammlern alter Patronen, Speerspitzen oder Münzen auf historischem Terrain verwendet werden. Solche für den Normalbürger durchaus erschwinglichen Geräte senden ein relativ hoch-frequentes elektromagnetisches Feld aus, dessen Feldlinien durch naheliegende, metallische Körper etwas verbogen werden, was ein Empfangssensor im Gerät z. B. in einen piepsenden Ton mit entsprechend anschwellender Lautstärke umsetzt.

Der günstige Profi

Seben Tiefensonde Extreme

seben-tiefensonde-extremeDer Seben Tiefensonde Extreme Metalldetektor bietet eine sehr hohe Suchtiefe, die sich in dieser Preisklasse nicht verstecken muss. Dank dem eingebauten Diskriminator hat man die Möglichkeit stufenlos unterschiedliche Metalle zu orten. Ebenso ist das Gerät optimal auf unterschiedliche Bodenverhältnisse einstellbar. Dadurch ist die Suche selbst in schwierigen mineralhaltigen Böden möglich.

Vorteile Nachteile
  • Sehr hohe Suchtiefe
  • konzipiert für Tiefensuche
  • eingebauter Diskriminator (Unterscheidung und Filterung von Metallen)
  • Arbeits-Frequenz: 6,99KHz
  • Pinpointing (Exakte Punktortung für Lage und Tiefe möglich)
  • Ortungstiefe: max. theoretische 2,5 Meter, Münze bis zu 35cm

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Der Allrounder für Fortgeschrittene

Teknetics DELTA Metalldetektor „Delta 4000“

teknetics_delta_4000Der Teknetics DELTA 4000 Metalldetektor ist für alle geeignet, die direkt von 0 auf 100 starten oder ihren alten Anfänger-Detektor gegen einen neuen eintauschen wollen. Dieser Detektor hat so ziemlich alles was man in der günstigeren Preisklasse auch bekommt, aber eben noch zusätzlich ein echt fantastisches LCD Display mit numerischer Zielobjekt-ID und weiteren praktischen Anzeigen, die das Suchen deutlich vereinfachen und modernisieren.

Vorteile Nachteile
  • Numerische Zielobjekt-ID
  • Mehrfachausblendung
  • Punktortung
  • Laufende Tiefenanzeige
  • 3 Suchmodi
  • Überlast-Alarmsystem
  • leicht
  • Sonde nicht geschützt (Einen Schutz kann man sich aber selbst einfach basteln)

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Eindringtiefe
Dem Vorteil des einfachen und kostengünstigen Einkaufs steht hier der Nachteil der „Unprofessionalität“ gegenüber, die sich insbesondere in der so genannten Eindringtiefe der Metallsuchgeräte manifestiert. Da es bei den Objekten der Begierde in aller Regel um Metalle geht, die z.T. in größerer Tiefe unterirdisch vergraben liegen, kommt man mit Metalldetektoren nicht weit, also nicht tief. Spielverderber ist dabei der so genannte Skin-Effekt. Unser Boden kann nämlich über eine ganz erhebliche elektrische Leitfähigkeit verfügen, und je größer diese ist, desto kleiner ist die Eindringtiefe der Metalldetektoren. Durchfeuchtete Ton- und Lehmböden leiten elektrische Ströme fast schon wie Metall dicht an der Oberfläche ab; Trockene Feinsande sind hochohmig und damit deutlich besser geeignet für Metalldetektoren. Hinzu kommt die bereits oben erwähnte hohe Frequenz der elektromagnetischen Wellen bei Metallsuchgeräten. Nur mit großen Wellenlängen lässt sich der Skin-Effekt einigermaßen überwinden. Das verhält sich so ähnlich wie bei Lautsprechern, was plausibel ist. Hochtöner, die hohe Frequenzen abstrahlen sollen, müssen eher von kleiner Bauart sein; für Basslautsprecherboxen dagegen ist eine gewisse Mindestgröße erforderlich, damit sie überhaupt die tiefen Frequenzen (große Wellenlängen) erzeugen können. Daher gehören viele (kleinere) Metalldetektoren eher in die Rubrik Spielzeug.

Auflösungsvermögen
Die Ausdehnung der verwendeten Wellenlängen darf aber nicht endlos betrieben werden. Das so genannte Auflösungsvermögen einer Methode geht in etwa einher mit der halben (minimalen) Wellenlänge, die zum Einsatz kommt. Zwar kann man mit verwendeten Wellenlängen um 100 m durchaus ca. 20 m tief in den Untergrund eindringen, aber eine erkennbare Rückantwort, wenn also das Signal das Noise signifikant überschreitet, kann man sich dann nur von Objekten erhoffen, die größenordnungsmäßig ca. 50 m Ausdehnung haben; eine schicke Goldmünze wird man so nicht finden.

Geophysikalische Erkundung
Diese physikalischen Zusammenhänge zwischen Frequenzen, Leitfähigkeit, Eindringtiefe und Auflösungsvermögen sind schon sehr lange quantitativ bekannt und haben daher auch schon recht früh Einzug gefunden in eine breite Palette geophysikalischer Messgeräte beispielsweise zur Erkundung größerer Erzlagerstätten im tieferen Untergrund, aber auch seit ca. den 1980er Jahren auf dem weiten Feld archäologischer Erkundungen. Man unterscheidet hier zwischen den aktiven und passiven Methoden. Bei ersteren wird aktiv ein transientes, elektromagnetisches Feld ausgesendet, was sehr energie-intensiv sein kann und im freien Gelände deshalb in der Praxis durchaus Probleme mit sich bringt. Die Interaktion mit so genannten Leitfähigkeitsanomalien im Untergrund führt zu induzierten Feldern im Störkörper, die von einem Empfänger dann registriert werden. Als Beispiel sei hier das EM61 von der Firma Geonics genannt, oder das Slingram-Verfahren. Passive Instrumente sind z. B. Magnetometer, die bei Vorhandensein ferromagnetischer Stoffe wie Eisen oder Magnetit die Verbeulung der überall gegenwärtigen irdischen Magnetfeldlinien aufspüren und in Messwerten von nano-Tesla anzeigen, wo signifikante Abweichungen vom normalen Magnetfeld der Erde (Totalintensität) existieren. Ein Instrument, das sich hierbei seit Jahrzehnten sehr gut bewährt hat, ist das Protonenspin-Präzessionsmagnetometer.

Dieser kurze Hinweis und Ausflug in die weite Welt geophysikalischer Forschung und Messtechnik sei ein Hinweis und eine Motivation für alle Schatzsucher und Metall-Detektive bei ihrer Suche nach wirklich leistungsfähigen und flexibel einsetzbaren Geräten, falls der Preis nicht die alles entscheidende Rolle spielt.

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